Leitlinien zu eintägigen Veranstaltungen

  1. Positive Emotionen
    • Lernen mit positiven Assoziationen und Gefühlen verbinden
    • Zitat: “Begeisterung der Teilnehmer ist zwar nicht alles, aber ohne fröhliche und glückliche Teilnehmer ist alles nicht”
  2. Alle Sinne ansprechen
    • Text allein lässt sich im Gehirn nicht so vielfältig verknüpfen
    • Den ganzen Menschen ansprechen: Verstand (Text, Zahlen), Gefühl (spannende Geschichten), Augen (Bilder), Ohren (Musik oder Geräusche), Tastsinn (3-D-Modelle), Nase (frische Luft!), Spiegelneuronen (Rollenspiele)
    • Beispieleffekt: Sobald sie entsprechende Musik hören, denken sie an die Inhalte
  3. Eigenmotivation beachten
    • Das limbische System ist „gnadenlos“ - es will sofort wissen: „Macht das hier Spaß? Und was habe ich davon?“
    • Daher: Schon im Vorfeld der Veranstaltung die Lernziele darstellen
    • Und: Spätestens zu Beginn Anknüpfungspunkte zu individuellen persönlichen Zielen der Teilnehmer schaffen
    • Besonders wichtig: In der ersten Stunde der Veranstaltung die persönliche Motivation mit den Teilnehmern erarbeiten
  4. Roten Faden legen
    • Wenn das Gehirn einen Überblick bekommt, schafft es selbst Ordnung und sorgt so schon von vornherein dafür, dass neue Infos richtig einsortiert und verknüpft werden
    • Aber Vorsicht: Nicht die Neugierde zerstören, indem zu viele Details verraten werden
    • Auch im Verlauf kommt es auf den roten Faden an: Eine sinnvolle Verarbeitung im Gehirn setzt eine logische Struktur voraus - der Lernende muss sie begreifen und den Sinn erkennen.
  5. Sofort Feedback geben
    • Beste Ergebnisse, wenn Lernende viele Fehler machen und sofort Feedback erhalten
    • Feedback sollte kurz, präzise und wertschätzend sein
    • "Spitzenlehrer haben oft wenig rücksichtsvolle Art, Lernenden Feedback zu geben, pflegen aber gleichzeitig stabile positive persönliche Beziehung" - das ist wichtig, nicht „positives Feedback“ an sich, ein solches kann auch schaden, wenn es unrealistisch ist
  6. Üben, üben, üben
    • Dauer mal Wiederholung = Myelinbildung
    • „An die 10.000-Stunden-Regel denken. Eine echte Verhaltensänderung erzielen Sie nicht durch einen einstündigen Impulsvortrag.“
  7. Dem Gehirn Pausen gönnen
    • Nach 45 Minuten, spätestens nach 60 Minuten eine kurze Pause machen
    • Nach vier Stunden eine längere
    • Ausreichend Wasser zum Trinken (zwei bis drei Liter stilles Wasser pro Teilnehmer)
    • Eine lernfördernde Ernährung, nach Möglichkeit auch in den Pausen.
  8. Schlau vernetzen
    • Nicht nur alle Sinne ansprechen, sondern auch Verbindungen zu anderen Themen herstellen, insbesondere zu persönlichen Erlebnissen und Erfahrungswelt der Teilnehmer
    • Je besser die Anknüpfung an die Erfahrungswelt der Lernenden gelingt, umso größer der Lernerfolg – vor allen Dingen nach der eigentlichen Lerneinheit
  9. Lernumgebung ausreichend gestalten
    • „Das Gehirn hört nie auf zu lernen. Wir können nicht zwischen Zuständen des Lernens und des Nichtlernens unterscheiden“
    • Bewusst oder unbewusst lernen wir immer - unbewusstes Lernen einplanen, z.B. mit Auswahl der passenden Umgebung oder ansprechender Gestaltung des Lernraums
    • Die bewusste Nutzung des unbewussten Lernens für die didaktische Planung kann den entscheidenden Unterschied beim Transfer machen.
  10. Gehirngerecht portionieren
    • Das Gehirn braucht Zeit, um neue Informationen zu konsolidieren - nur dann werden sie langfristig verankert
    • Immer mehr Inhalte in eine Lerneinheit zu packen oder zu viele Lerneinheiten direkt nacheinander folgen zu lassen ist nicht hilfreich
    • „Man kann sich nicht nur den Magen verderben, sondern auch das Gehirn mit zu vielen Informationen“
    • Eng verwandte Themen direkt hintereinander führt zu Verwirrungen
  11. Keine Langeweile aufkommen lassen
    • Der Hippocampus möchte unterhalten werden, sonst bleibt das Tor zum Langzeitgedächtnis zu“
    • Abwechslung sollte didaktisch sinnvoll sein - eine kleine Showeinlage, einfach so zwischen staubtrockenen PowerPoint-Präsentationen geklemmt, ist keine Lösung
    • Ziel: Sinnvolle Abfolge aus Vorträgen, Gruppen- und Einzelarbeiten, Übungen und Rollenspielen, Bewegungseinheiten und Pausen
  12. Digitale Medien nutzen
    • Teilnehmer können vorbereitet kommen und erhalten Material zur Nachbereitung
    • Teilnehmer (und Experten) können untereinander in Kontakt bleiben