Zu unserem Pech sind wir Menschen. Mit unserem Egoismus sägen wir ohne Weitsicht ununterbrochen an dem Ast auf dem wir sitzen. Dabei weiß doch jeder noch aus seiner Kindheit: Runterfallen ist schmerzhaft.


Auch wenn dies nicht für alle gilt, kommt die Studie eines Forscherteams der Stockholmer Universität dennoch zu einem aufrüttelnden Ergebnis. In "Planetarische Grenzen" → beschreiben sie neun Grenzen, die die Menschheit einhalten muss, um langfristig das eigene Überleben zu sichern. Vier davon haben wir bereits überschritten, bei zweien konnte der Stand noch nicht genau bestimmt werden. Der Klimawandel bezieht sich auf eine davon. Und selbst wenn man ihn als kontroverses Thema betrachtet: Es gibt noch drei weitere. Diese betreffen den Verlust der biologischen Vielfalt, den übermäßigen Eintrag von Stickstoff in die Biosphäre und nach neueren Erkenntnissen auch die ungebremsten Landnutzungsveränderungen, wie z.B. das Roden der Regenwälder. Und denkt man an die riesigen Plastikinseln in den Ozeanen, scheint es unwahrscheinlich, dass eine der beiden noch nicht quantifizierten Grenzen, die Verschmutzung durch Chemikalien, nicht ebenfalls bereits überschritten ist. Die eindeutige Ursache für all das: Wir Menschen. 

Dabei kann uns eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen sogar unmittelbar helfen. Beispiel Ernährung. Wir essen Dinge, deren Zutaten wir noch nicht einmal aussprechen können. Nachgewiesene Zusammenhänge zwischen unbewusster Ernährung, z.B. mit zu vielen tierischen Produkten, und diversen Krankheitsbildern ignorieren wir. Zusätzlich blenden wir noch aus, dass ganze Regenwälder Sojaplantagen weichen müssen, damit noch mehr Masttiere noch mehr Futter bekommen. Eine bewusstere Ernährung hilft also nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Gesundheit. Dies gilt auch für viele andere Bereiche in unserem Alltag. Natürlich müssen wir leben. Essen. Uns anziehen. Wollen reisen. Hin und wieder das Leben genießen. Und das sollen wir auch. Aber es geht manchmal eben auch besser und immer auch anders. Denn eines ist sicher: Unbegrenzte Möglichkeiten auf einem begrenzten Planeten ist nicht nur wortwörtlich ein Paradoxon.


Zu unserem Glück sind wir Menschen. Unzählige Beispiele beweisen: Wir können auch anders. Wenn wir wollen, können wir mit der Säge sogar noch Musik machen 


Wir sind davon überzeugt, dass niemand all diese negativen Effekte bewusst erzeugen möchte. Wenn wir Zusammenhänge besser verstehen, können wir auch handeln. Noch ein paar Beispiele: Bojen Slat, neunzehn Jahre alt, war auf seinen Tauchgängen über die Verschmutzung der Ozeane derart entrüstet, dass er die "Ocean Cleanup Foundation" → gegründet hat. Sein Ziel: Über sieben Millionen Tonnen Plastikmüll aus dem Meer zu fischen. Sebastião Salgado, ein brasilianischer Fotograf, hat gemeinsam mit seiner Frau auf der Farm seiner Familie über zweieinhalb Millionen Regenwaldbäume gepflanzt → nachdem seine Vorfahren sie gerodet haben und das lokale Klima damit wieder nachhaltig verändert. Das gleiche bei Felix Finkbeiner. Als neunjähriger Schüler hat er die Initiative "Plant-for-the-Planet" → gegründet und gibt an, dass über diese bisher mehrere Milliarden Bäume gepflanzt wurden. Allesamt haben aus dem Nichts Beeindruckendes geleistet.

 In was für einer Welt möchtest Du Leben? Lust aufzusatteln? Die Pferde stehen bereit.

In was für einer Welt möchtest Du Leben? Lust aufzusatteln? Die Pferde stehen bereit.

Dabei sind es nicht nur die großen Taten, die eine eindrucksvolle Wirkung entfalten. Es sind auch die vielen kleinen Dinge, die einen mindestens gleichwertigen Einfluss haben. Die Zusammenhänge erkennen. Die negativen Konsequenzen unseres Handelns nachvollziehen können, die Positiven verstehen und erarbeiten. Das ist das Ziel von FortschRitter, das wir gemeinsam mit engagierten Partnern und spannenden Veranstaltungen → erreichen möchten. Und jeder kann mitmachen. Vieles ist einfacher und fordert weniger Verzicht als wir denken. Die Liste der Möglichkeiten ist lang.


Also packen wir es an. Gemeinsam! Auf Geht's →